Dialyse-Shunts

Bei der Dialyse, auch Blutwäsche genannt, wird Blut vom Patienten in ein Dialysegerät (künstliche Niere) geführt, das dort an eine halbdurchlässige Membran gelangt. Durch diese Membran werden Giftstoffe, Stoffwechsel­abfall­produkte und Flüssigkeit aus dem Blut heraus gefiltert. Danach wird das Blut gewaschen und dem Patienten wieder zugeführt.

Damit die Dialyse erfolgreich durchgeführt werden kann, benötigt man eine Gefäßverbindung (einen Shunt) zwischen der Arterie und der Vene. Dieser Dialyseshunt ist notwendig, weil man für die Hämodialyse ein großvolumiges Gefäß zur Verfügung haben muss.

Wie wird der Shunt angelegt?

Die Operation wird in den meisten Fällen in Regionalanästhesie vorgenommen. Eine Vollnarkose ist möglich. Beim klassischen "Cimino-Brescia-Shunt" wird die Vene, die vom Daumen zum Arm verläuft mit der Arterie in der Speiche verbunden.

 

Wir bieten unseren Patienten verschiedene Varianten an:

  • Klassischer Shunt (AV-Fistel):
    Kurzschluss zwischen einer Arterie und Vene am Unterarm. Bei diesem Verfahren wird eine geeignete Armvene mit einer Armarterie verbunden. Dazu werden beide Gefäße freipräpariert und der Länge nach nebeneinander gelegt. Danach werden sie abgeklemmt, der Länge nach eröffnet und Seite zu Seite miteinander vernäht.
  • Synthetischer Shunt:
    Mit Hilfe einer Gefäßprothese aus Goretex wird die Verbindung zwischen Arterie und Vene am Unterarm hergestellt.
  • Spezielle Dialysekatheter und -systeme:
    Sie werden in großen, zentral gelegenen Venen (Hals- oder Schlüsselbeinvene) platziert.

Nach der Operation

Als Zugang für die erste Dialyse kann der neue Shunt nach drei bis vier Monaten genutzt werden. Die Lebenserwartung eines Shunts beträgt in der Regel mehr als zehn Jahre.

Nach der Operation sollte der Arm mit dem Shunt möglichst geschont werden, also hoch lagern und nicht belasten.

Komplikationen

Wie bei jeder Operation bestehen auch bei einer Shuntoperation Risiken. Eine künstlich angelegte Verbindung zwischen Arterie und Vene ist für den Körper unphysiologisch, daher kann er mit einer Aktivierung des Gerinnungssystems reagieren. Dann kommt es zur Gerinnselbildung in der Shuntvene mit der Folge eines Shuntverschlusses, der meist aber ungefährlich ist. Die regelmäßige Dialyse ist allerdings von der Durchgängigkeit des Shunts abhängig.

Damit Fehlerquellen ausgeschlossen werden können, werden vor der Operation Duplexuntersuchungen durchgeführt, um den besten Anschluss von Venen und Arterie festzulegen sowie einen ungehinderten Abfluss des Shunts und der nachfolgenden Venen zu gewährleisten. Verengungen, die aufgrund des Legens eines Shunts entstehen, können mit einem speziellen Verfahren behandelt werden.

Entfernung des Dialyse-Shunts

Wenn sich die Nierenfunktion wieder normalisiert hat, kann die Gefäßverbindung zwischen Arterie und Vene durch eine Naht wieder unterbunden werden.

Oftmals bleibt die Vene aufgrund anderer Zuflüsse offen und kann bei Bedarf später erneut für einen Shunt verwendet werden.