Venenerkrankungen

Venen transportieren sauerstoffarmes Blut aus den körperfernen Regionen zum rechten Herz. Von hier gelangt das Blut in die Lunge und wird dort mit Sauerstoff angereichert. Anschließend wird das angereicherte Blut über das linke Herz dem Körperkreislauf wieder zugeführt. Grundsätzlich spricht man von drei unterschiedlichen Venenerkrankungen:

  • Varikosis: Erweiterung oberflächlicher Venen (Krampfadern)
  • Akute Phlebothrombose: Erkrankung des tiefen Venensystems
  • Chronisch venöse Insuffizienz und PTS: Klappenerkrankung der tiefen Venen

Was ist die Varikosis?

Der venöse Blutstrom zurück zum Herzen geschieht nicht - wie im arteriellen System - über den Blutdruck, sondern durch passive Transportmechanismen, dies sind Muskeln, die durch "Pumpen" das Blut befördern oder auch die Sogwirkung des Herzens. Da das Blut immer wieder durch die Erdanziehungskraft nach unten fließen würde, verfügen die Venen über Venenklappen, die das Zurückströmen des Blutes verhindern.

In der Leistengegend mündet das Blut der oberflächlichen Venen in die tiefen Venen. Eine Schädigung der Venenklappen führt nun aber dazu, dass Blut aus den tiefen Venen in die oberflächlichen zurückfließen kann. Dies führt zu übermäßigem Druck in den oberflächlichen Venen, dem diese auf Dauer nicht standhalten können. Unter diesem Druck erweitern sie sich, die Venenklappen verschließen darauffhin die Venen noch schlechter und so entsteht die Varikosis. Wenn so enstandene Krampfaderleiden über längere Zeit unbehandelt bleiben, kann es zur Entzündung der Venenwand oder zu einer Thrombose kommen.

Eine Thrombose ist an der Einmündung ins tiefe Venensystem durchaus gefährlich, denn sie kann unter Umständen eine Lungenembolie auslösen.

Wie wird die Varikosis behandelt?

Bei einer Varikosis oberflächlicher Venen wird die erweiterte Vene (oder der betroffene Teil) im Regelfall einfach operativ entfernt.

Was ist eine Akute Phlebothrombose

Eine Thrombose (siehe oben) im tiefen Venensystem nennt man Akute Phlebothrombose. Sie betrifft die tief gelegene Bein- oder Beckenvene und kann das Gefäß teilweise oder vollständig verschließen.

Wie wird die akute Phlebothrombose behandelt?

  • Konservative Methode
    Thrombosen unterhalb der Leiste werden konservativ mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten und elastischer Kompression behandelt. Dadurch kann zumeist ein Fortschreiten der Thrombose verhindert werden.
  • Operative Methode (minimalinvasiv)
    Vor allem bei jüngeren Patienten kann eine solche Thrombose auch operativ beseitigt werden. Hierzu wird ein Ballonkatheter durch die Thrombose geschoben und nach Aufblasen des Ballons die Verstopfung (der Thrombus) nach außen geleitet. War eine Vene aufgrund einer Thrombose verschlossen und wurde sie - medikamentös oder durch Ausleitung oder Selbstauflösung - beseitigt, bleiben meist zerstörte bzw. funktionsgestörte Venenklappen zurück. Denn während der Auflösung des Gerinnsels findet an der Venenwand ein Entzündungsprozess statt, der die Venenklappen beeinträchtigt. Dies nennt man Leitveneninsuffizienz, daraus resultiert das postthrombotischen Syndrom (PTS).