Hernien Sprechstunde

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Allgemein ist ein Bruch (Hernie) durch eine Schwäche der stützenden Bauchwand gekennzeichnet, wobei durch eine Lücke eine Bauchfellaussackung bis in das Unterhautfettgewebe vordringt. In diesem Bruchsack können sich Darmschlingen oder Fettgewebe befinden. Ursächlich sind nicht wie meist angenommen Verletzungen, Unfälle oder zu schweres Heben und Tragen, sondern eine Bindegewebsschwäche an physiologischen Schwachstellen des Körpers (Leiste, Nabel, Zwerchfell) oder im Bereich von Operations-Narben oder im Bereich von angelegten Kunstaftern (Stoma).

Leistungsspektrum

Leistenhernien kommen am häufigsten vor.

Die sichtbaren Schwellungen an der Körperoberfläche, die im Stehen und beim Pressen an Größe zunehmen, können meist zurückgedrückt werden und verschwinden im Liegen oft völlig. Die große Gefahr einer Hernie besteht in der Einklemmung, was mit massiven Schmerzen im Bereich der Vorwölbung einhergeht. In diesem Fall droht eine Durchblutungsstörung der eingeklemmten Darmanteile im Bruchsack bzw. ein Darmverschluss (Ileus). Hierbei handelt es sich um einen chirurgischen Notfall der sofort operiert werden muss.

Aber soweit soll es nicht kommen, wir untersuchen und beraten Sie bezüglich Ihres „Bruches“ und planen gemeinsam mit Ihnen die elektive Operation, um Notfalleingriffe zu vermeiden. Hierbei werden die aktuellen Empfehlungen der Deutschen (DHG) und Europäischen Herniengesellschaft (EHS) berücksichtigt.

Aufgrund einer Koinzidenz von ca. 10 % zwischen Darmkrebs und Leisternhernie empfehlen wir, falls bisher noch nicht erfolgt, die Durchführung einer Coloskopie (Darmspiegelung).

Leisten- und Schenkelhernien versorgen wir durchweg mit leichtgewichtigen, nicht auflösbaren (nicht-resorbierbaren) Kunststoff-Netzen, die in nahezu allen Fällen minimal-invasiv (laparoskopisch in der TAPP-Technik) eingebracht werden. Hierbei verwenden wir 3D-Netze, die sich der Leiste perfekt anlegen und nicht fixiert werden müssen. Nach der Operation ist eine schmerzadaptierte Vollbelastung möglich. Alternativ bieten wir als offenes Verfahren, die OP nach Lichtenstein an. Die spannungsfreie Versorgung und Netzimplantation gewährleistet eine niedrige Rezidivquote (ca. 1%).

TAPP: 2 Tage stationär, in Vollnarkose

Lichtenstein: ambulant, wenn häusliche Versorgung gewährleistet ist, in Vollnarkose aber auch in Lokalanästhesie möglich

Nabelbrüche werden bei Bruchlücken <1cm in aller Regel ambulant durch Naht verschlossen und bei Bruchlücken > 1cm minimal-invasiv (laparoskopisch) mit Netzversorgung in der IPOM- oder MILOS-Technik. Dies gewährleistet dann eine hohe Belastungsstabilität.

Nahtverschluss: ambulant in Vollnarkose aber auch in Lokalanästhesie möglich

IPOM/MILOS: mindestens 2 Tage stationär, in Vollnarkose

Narbenhernien sind in ihrer Ausprägung sehr unterschiedlich und bedürfen einer ganz individuellen Planung. Grundsätzlich müssen Narbenhernien nur dann operativ versorgt werden, wenn eine deutliche Größenzunahme festgestellt wird oder die Hernie Beschwerden bereitet (Einklemmungen, Schmerzen, Behinderung bei täglichen Verrichtungen oder im Arbeitsalltag).

Besteht die Notwendigkeit für eine operative Versorgung, dann ist auch hier die minimal-invasive Reparation der Hernie mit Implantation eines Kunststoffnetzes der GOLD-Standard (laparoskopische IPOM-Technik). Die Netze müssen dabei die gesamte Länge der Narbe überdecken und werden mit auflösbaren Tackern an der Bauchwand von innen fixiert. Für diese Versorgung eigenen sich besonders Narbengitterhernien bzw. Hernien mit einem Bruchlückendurchmesser von maximal 10cm.

Alternativ kann die Bauchwandrekonstruktion offen chirurgisch in der sog. Sublay-Technik erfolgen. Hier kommen große, nicht-resorbierbare Netze zum Einsatz, die hinter der Muskulatur und vor dem Bauchfell zu liegen kommen (Sublay-Position).

IPOM und Sublay: ca. 4-5 Tage stationär, in Vollnarkose

Parastomale Hernien entstehen im Bereich von angelegten Kunstaftern (Stoma). Hier schafft der Chirurg notwendigerweise eine Lücke bzw. Schwachstelle in der Bauchwand. Bei nahezu jedem 2. Patienten bildet sich neben dem ausgeleiteten Darm eine Hernie aus, in die andere Darmschlingen vorfallen und auch einklemmen können. Bei Größenzunahme oder bei Beschwerden besteht auch hier die Notwendigkeit einer operativen Versorgung.

Die stabilste Versorgung gelingt wiederum durch die Implantation von Kunststoffnetzen, vorzugsweise minimal-invasiv in der IPOM-Technik (Verwendung eines speziellen IPST-Netzes oder in der Sandwich-Technik). Alternativ können diese Hernien aber auch offen chirurgisch durch Naht oder Netzimplantation versorgt werden.

Zudem sollte immer geprüft werden, ob die Stomasituation für den Patienten aufhebbar ist.

IPOM: 4-5 Tage  stationär, in Vollnarkose

Kontakt und Sprechstunde

HERNIEN SPRECHSTUNDE

Die Vorstellung in unserer Klinik erfolgt über die Sprechstunde der chirurgischen Elektivambulanz.

Zum Beratungstermin benötigen wir eine Überweisung von Ihrem Hausarzt oder einem anderen niedergelassenen Kollegen.

Sprechstunde

Do.: 9:00-12:00 Uhr     13:00-15:30 Uhr

Terminvereinbarung über das Ambulanzsekretariat

  07441 54-2340

Ärzte & Qualifikationen

Facharzt für Allgemeinchirurgie, Viszeralchirurgie, Spezielle Viszeralchirurgie

Zusatzbezeichnung: Spezielle Chirurgische Intensivmedizin

Schwerpunkt:

  • Minimalinvasive Chirurgie
  • Refluxchirurgie
  • Hernienchirurgie und Behandlung der Sportlerleiste
  • Gallenblasenoperationen, Chirurgie an Schilddrüse und Nebenschilddrüse
  • kolorektale Chirurgie bei Tumoren und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED)
  • chirurgische Behandlung von Metastasen in Leber, Lunge und Bauchfell, Chirurgie an Magen und Leber
  • Proktologie
  • Implantation der Aszitispumpe (alfa-Pump) bei Leberzirrhose

Lehrtätigkeit:

an der Universität Heidelberg

Mitgliedschaften:

DGAV, DGC, BDC, DHG, CAADIP, IFSOW