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45 Jahre Engagement für die Pflege – Pflegedirektorin verabschiedet sich

Mit dem Ruhestand von Renate Merkl endet am Klinikum eine Ära

Juli 2026. Es gibt wenige, die das Freudenstädter Klinikum und seine Geschichte besser kennen als Pflegedirektorin Renate Merkl. Als Auszubildende im Krankenhaus Freudenstadt hat ihr Weg 1981 begonnen und sie bis ins Direktorium des Klinikums Landkreis Freudenstadt geführt. Mit ihrem Eintritt in den Ruhestand endet für das Klinikum eine Ära.

„Nein, einfach ist der Abschied nicht“, gibt Pflegedirektorin Renate Merkl zu. „Gemeinsam mit den Mitarbeitenden haben wir viel bewegt und die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Berufsgruppen habe ich sehr geschätzt.“ Renate Merkl hat erlebt, wie sich das Gesundheitswesen im Laufe der Jahre stark verändert hat – technisch, organisatorisch und hinsichtlich der wachsenden Anforderungen an das Pflegepersonal. Ihr war es deshalb wichtig, in ihrer Arbeit stets die Menschen im Mittelpunkt zu halten und diese schätzten es. „Das Klinikum war für mich nie nur ein Arbeitsplatz, sondern ein Teil meines Lebens“, sagt Merkl.

Von der Auszubildenden zur Pflegedirektorin

Ihre berufliche Laufbahn begann Renate Merkl 1981 als Auszubildende zur Krankenschwester im Krankenhaus Freudenstadt. Bereits damals zeichnete sie sich durch großes Engagement, Verantwortungsbewusstsein und den Wunsch aus, die Pflege aktiv mitzugestalten. Nach ihrer Ausbildung war sie 20 Jahre als Krankenschwester bei der Spitalstiftung tätig und sammelte wertvolle Erfahrungen in der direkten Patientenversorgung. Parallel zu ihrer anspruchsvollen beruflichen Tätigkeit absolvierte sie ein berufsbegleitendes Weiterbildungsstudium. Gleichzeitig meisterte sie den Spagat zwischen Beruf und Familie und zog drei Kinder groß – eine Herausforderung, die ihren Alltag über viele Jahre prägte.

2007 trat Renate Merkl die Position der Pflegedienstleitung an und stellte sich damit neuen Führungsaufgaben. Im Zuge der Fusion der Standorte Horb und Freudenstadt übernahm sie 2009 die Bereiche Intensivstation, OP und Anästhesie am Klinikum Freudenstadt sowie die Stellvertretung der Pflegedirektorin. Gleichzeitig blieb sie weiterhin für den Standort Horb verantwortlich. 2012 übernahm Merkl die Gesamtverantwortung beider Standorte als Pflegedirektorin.

In ihrer Amtszeit galt es, zahlreiche tiefgreifende Veränderungen zu bewältigen. Dazu gehörten die Schließung der Akutklinik in Horb und deren Umwandlung in eine geriatrische Rehabilitation mit ambulanten Operationen, die Corona-Pandemie, die Mitgestaltung und Umsetzung des Klinikneubaus sowie der anhaltende Wettbewerb um qualifizierte Pflegefachkräfte. Diesen Herausforderungen begegnete Renate Merkl mit Weitblick, hoher fachlicher Kompetenz und großer persönlicher Einsatzbereitschaft.

Menschen zusammenbringen und fördern

Als Pflegedirektorin trug Merkl die Verantwortung für den Pflege- und Funktionsdienst sowie für die praktische Ausbildung und die Begleitung der Studierenden. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Pflege, eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung und eine wirtschaftlich verantwortungsvolle Führung waren für sie dabei stets untrennbar miteinander verbunden.

Besonders geschätzt wurde die Pflegedirektorin für ihre große Empathie gegenüber den Mitarbeitenden. Sie hatte stets ein offenes Ohr für deren Anliegen, förderte die fachliche und persönliche Entwicklung ihrer Teams und verstand es, Menschen zusammenzubringen. Als verlässliche Vermittlerin zwischen Pflege, Ärzteschaft und Geschäftsführung trug sie maßgeblich zu einer vertrauensvollen und konstruktiven Zusammenarbeit im Klinikum bei.

Mit ihrer Kompetenz, ihrer Loyalität und ihrem unermüdlichen Einsatz hat Renate Merkl die Pflege über Jahrzehnte hinweg geprägt und gestaltet. Ihr Wirken reicht weit über organisatorische Aufgaben hinaus – sie hat Strukturen geschaffen, Veränderungen begleitet und Generationen von Pflegekräften auf ihrem beruflichen Weg unterstützt.

Beste Wünsche für die Zukunft

Für die scheidende Pflegedirektorin ist der Eintritt in den Ruhestand mit einer Mischung aus Abschiedsschmerz und Vorfreude verbunden. „Ich werde dem Klinikum emotional verbunden bleiben und mit vielen schönen Erinnerungen auf diese Zeit zurückblicken“, sagt Renate Merkl. „Vor allem die Menschen, mit denen ich über so viele Jahre vertrauensvoll zusammenarbeiten durfte, werden mir in besonderer Erinnerung bleiben. Für die Zukunft wünsche ich den Mitarbeitern, dass sie sich trotz aller Herausforderungen die Freude an ihrem Beruf, den Zusammenhalt und den Blick für den Menschen bewahren. Die Pflege lebt von Kompetenz, Engagement und gegenseitiger Wertschätzung. Ich bin überzeugt, dass das Klinikum diesen Weg auch künftig erfolgreich weitergehen wird.“

Auch bei der Abschiedsfeier am Klinikum im Beisein von Landrat Andreas Junt gab es viele anerkennende Worte. „Renate Merkl hat als Pflegedirektorin die Entwicklung der Pflege am Klinikum nachhaltig, empathisch und konstant geprägt“, erklärte Monique Bliesener, Geschäftsführerin des Klinikums Landkreis Freudenstadt. „Sie war immer präsent, langmütig und konstruktiv. Es war mir eine große Freude mit ihr zusammenarbeiten zu dürfen.“ Der ärztliche Direktor Prof. Dr. Florian Bea schloss sich mit anerkennenden Worten an: „Renate Merkl hatte einen starken Rückhalt im Kreise der Mitarbeiter. Als wichtige Ansprechpartnerin war sie immer erreichbar. Nicht zuletzt deshalb konnten wir auch die extrem schwierige Zeit der Corona-Pandemie gut meistern.“  

Renate Merkl selbst freut sich nach der Verabschiedung auf die Zeit mit ihrer Familie und ihren Enkelkindern. Jetzt ist Raum für die Dinge, die im Berufsalltag oft zu kurz gekommen sind und einfach Freude machen.

Foto von Frau Merkl
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