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Kliniken dürfen nicht zu Bittstellern werden

Klinikum Freudenstadt unterstützt den DKG-Aktionstag „Alarmstufe Rot“

Mit dem Aktionstag „Alarmstufe Rot – Krankenhäuser in Not“, protestieren die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und viele Kliniken am 20. Juni bundesweit gegen die systematische Unterfinanzierung der Krankenhäuser. Auch in Freudenstadt erklärt man sich mit der Initiative der DKG solidarisch.

Die Problematik wird schon so lange diskutiert, dass man eigentlich längst eine tragfähige Lösung erwarten dürfte: Die deutsche Krankenhauslandschaft ist systematisch unterfinanziert; die vom Bund festgelegten Finanzierungs- und Abrechnungsmodelle – insbesondere die sogenannten Fallpauschalen – reichen bei Weitem nicht aus, um die Ausgaben zu decken, was vor allem die kleineren Krankenhäuser im ländlichen Raum extrem hart trifft. „Unsere Kliniken der Grund- und Regelversorgung stehen schon seit Jahren in wirtschaftlicher Hinsicht mit dem Rücken an der Wand! Wenn die Bundespolitik ein Krankenhaussterben auf dem Land verhindern möchte, muss sie schnell und wirksam die Finanzierungsstrukturen ändern“, verdeutlicht Landrat Dr. Klaus Michael Rückert, der als Landrat des Landkreises Freudenstadt und Aufsichtsratsvorsitzender der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH (KLF) die Verantwortung für die Kliniken tragen muss.

Forderung nach nachhaltiger Finanzierung 
Die DKG erklärt in einem Informationsschreiben zum Aktionstag, dass es „von der 
Bundesebene noch immer keine Signale gibt, dieses Thema ernsthaft anzugehen“. Statt nachhaltiger Lösungen gebe es nur kurzfristige Hilfspakete, bei denen die Krankenhäuser „immer wieder als Bittsteller auftreten müssen“. Benötigt werde jedoch dringend eine nachhaltige Finanzierung der Krankenhäuser – und zwar auf Jahre hinaus.
Diesen Forderungen schließt sich auch die KLF in allen Punkten an. Zudem greift die Politik mit Vorgaben so weit in den Krankenhausbetrieb ein, dass es vor Ort in den Häusern kaum situationsgerechten Einsatzspielraum für die zur Verfügung stehenden Mittel gibt. „Die individuelle Situation und Bedarfsstruktur der Kliniken findet in diesem System keine Beachtung“, beschreibt Monique Bliesener, Geschäftsführerin der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt GmbH. 

An der Qualität darf nicht gespart werden
Der einzige Finanzposten, auf den die Krankenhäuser konkret Einfluss nehmen können, ist die Ausgabenseite. Doch Sparsamkeit hat ihre Grenzen, vor allem in einem so existenziellen Bereich wie der regionalen Gesundheitsversorgung. 
Hinzu kommt die anhaltende Problematik der gestiegenen Material- und Medikamentenpreise. Insbesondere die langen Lieferzeiten, gerade für Apotheken, stellen die Krankenhäuser vor neue Herausforderungen.

Verordnungsflut und Personalmangel erhöhen den Druck
Eine sofortige, langfristige und nachhaltige Finanzierung würde auch dem Klinikum Freudenstadt viel Druck nehmen. Zumal der Klinikalltag durch Fachkräftemangel und wachsende Verordnungsflut seitens des Gesetzgebers fast nicht mehr zu bewältigen ist. Vor allem im ärztlichen Bereich kann der Dienstbetrieb teilweise nur durch den kostenintensiven Einsatz von externen Kräften aufrechterhalten werden. „Dennoch ist man in Freudenstadt entschlossen, für den Landkreis und seine Bürger um eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung zu kämpfen“, sagt KLF-Geschäftsführerin Monique Bliesener.

Video zur Kampagne der DKG.
Bürgerinnen und Bürger, die die Aktion unterstützen möchten, können dies gerne mit einer Unterschrift auf www.dkgev.de tun.

 

 

 

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