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Ambulante Hilfe bei Psychosen

Neues Angebot der psychiatrischen Institutsambulanz

Freudenstadt, November 2021. Das Klinikum Freudenstadt hat sein Behandlungsspektrum im Bereich der seelischen Gesundheit erweitert. Seit diesem Sommer bietet die psychiatrische Institutsambulanz der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik eine ambulante Psychose-Gruppe an. In dieser erhalten Betroffene Hilfestellung zum Umgang mit Psychose-Erkrankungen 

Unter der Leitung von Diplom-Psychologin Lisa Hasse, Psychologische Psychotherapeutin am Klinikum Freudenstadt, bietet die ambulante Psychose-Gruppe einmal im Monat eine Kombination aus medizinischer Information und Austausch mit anderen Betroffenen. Unter dem Begriff Psychose werden schwere psychische Störungen wie beispielsweise Wahnvorstellungen oder Halluzinationen zusammengefasst, die das Leben von Betroffenen stark einschränken können.
Die Psychose-Gruppe kommt jeden letzten Dienstag eines Monats von 10 bis 11 Uhr am Klinikum Freudenstadt zusammen. Die Teilnahme ist für alle von Psychosen betroffenen Menschen möglich. Erforderlich ist lediglich eine ärztliche Überweisung an die psychiatrische Institutsambulanz.
 
Andere Teilnehmer sind wichtige Austauschpartner
Am Anfang der monatlichen Treffen steht stets ein fachlicher Informationsbeitrag von Lisa Hasse. „Die Patienten sollen die Möglichkeit haben, ihre Erkrankung besser zu verstehen. So können sie auch ihre medizinische Behandlung aktiver mitgestalten. Wer Experte der eigenen Krankheit ist, hat mehr Möglichkeiten zur Selbstbestimmung“, erklärt Hasse. Der fachliche Input reicht von Grundsätzlichem zur Psychose-Erkrankung und Symptomatik, über Medikamentenwirkung, Frühwarnsignale und Prophylaxe bis hin zu tiefgehenden Themen wie beispielsweise dem Umgang mit den Auswirkungen der Psychose und den daraus einhergehenden persönlichen Veränderungen.
Im Anschluss folgt eine offene Austauschrunde, bei denen sich die Teilnehmer gegenseitig kennenlernen und stützen können. „Ich als Therapeutin kann viel sagen. Aber nichts ist so eindrücklich wie Erfahrungsberichte von anderen Betroffenen“, weiß Lisa Hasse. „Es ist viel leichter, Dinge von Menschen anzunehmen, die selbst schon in der Situation waren.“ 

Hilfe zu einem stabilen Leben
Ziel der Psychose-Gruppe ist es zum einen, Betroffenen zu einem fachlichen Verständnis für ihre Krankheit zu verhelfen. „Es geht aber auch darum, den Teilnehmern dabei zu helfen, trotz Erkrankung ein stabiles und gutes Leben zu führen“, erklärt Hasse. Die Kompetenzvermittlung und der Erfahrungsaustausch spielen dabei eine wichtige Rolle, weil sie den Betroffenen helfen, Symptomatiken, Frühwarnsignale und Fallmuster zu erkennen und Strategien zum Umgang zu entwickeln. „Je besser man hier Bescheid weiß und je früher man reagieren kann, desto besser lassen sich Rückfälle abfedern oder verhindern“, betont Lisa Hasse.

Breit gefächerter Teilnehmerkreis
Der Teilnehmerkreis der Psychose-Gruppe ist breit gefächert und umfasst Erkrankte, die gerade aus der stationären Behandlung entlassen wurden, wie auch Teilnehmer, die sich ein zufriedenes Leben trotz Erkrankung aufgebaut haben. Die thematischen Schwerpunkte der Gruppen-Treffen werden stets gemeinsam mit den Teilnehmern und nach Bedarfslage gewählt.
Die nächsten Treffen der ambulanten Psychose-Gruppe finden am 30. November und 28. Dezember statt. Weitere Termine sind auf der Website der KLF zu finden.
 

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