Der nächste Baustein in der Spitzentechnologie
Kardiologie führt das neue Verfahren der Pulsfeld-Ablation bei Vorhofflimmern ein.
Freudenstadt, Juli 2026. Vorhofflimmern ist laut Deutscher Herzstiftung die häufigste Form von Herzrhythmusstörungen. Am Klinikum Landkreis Freudenstadt kommt für die Behandlung nun ein neues Verfahren zum Einsatz: Die Pulsfeld-Ablation, die mit elektrischen Impulsen statt mit Verödung durch Hitze arbeitet. Das Verfahren ist ein weiterer Baustein der Spitzentechnologie in Freudenstadt.
Die Pulsfeld-Ablation schließt an die Spitzentechnologie der 3D-Ablation an, die am Klinikum Landkreis Freudenstadt seit einigen Jahren zum Einsatz kommt. Bei der 3D-Ablation wird das Herz dreidimensional erfasst und die Störregion des Vorhofflimmerns auf das Genaueste lokalisiert. Die anschließende Verödung der verursachenden Zellen erfolgte bislang durch Hitzeimpulse, die auch Auswirkungen auf das umliegende Gewebe hatten. Mit der Pulsfeld-Ablation kann genau das künftig vermieden werden.
Höhere Erfolgsquote, weniger Belastung
Vorhofflimmern entsteht – einfach ausgedrückt – durch unkontrollierte elektrische Signale im Herzvorhof, die den normalen Herzrhythmus stören. „Bei der Pulsfeld-Ablation werden hochenergetische, ultrakurze elektrische Pulse gesetzt“, erklärt Prof. Dr. Florian Bea, Chefarzt der Kardiologischen Klinik am Klinikum Landkreis Freudenstadt. „Mit diesen werden die flimmernden Zellen quasi stillgelegt, während umliegende Strukturen wie Zwerchfellnerv, Speiseröhre oder Gewebe unbeeinträchtigt bleiben.“
Möglich macht das ein spezielles Kathetersystem: Ein Ablatonskatheter wird mithilfe einer Schleuse durch das venöse Blutgefäß von der Leiste aus zur betroffenen Herzregion geführt. Besonders wichtig: Der Katheter kann flexibel an die körperlichen Eigenschaften des Patienten angepasst werden, um maximal präzise zu arbeiten.
Der Einsatz ist trotz seiner weitreichenden Wirkungen minimalinvasiv. Die Vorteile für die Patienten: Die Herzmuskelzellen können gezielt erfasst und der gesamte Eingriff noch sicherer gestaltet werden. Die Dauer des Eingriffs kann durch die zielgerichtete Stimulation reduziert werden und das Komplikationsrisiko sinkt. Was Chefarzt Prof. Dr. Florian Bea besonders wichtig ist: „Die Erfolgsquote der Behandlung kann dadurch nochmals gesteigert werden.“
Eine strategische Entscheidung zur Stärkung des Standorts
Die Pulsfeld-Ablation ist das aktuell modernste nichtthermische Verfahren zur Behandlung von Vorhofflimmern und das Klinikum Landkreis Freudenstadt ist eines von wenigen Krankenhäusern im Land, welches diese Spitzentechnologie anbietet. Das Team der Kardiologie um Prof. Dr. Florian Bea hat sich mit intensiven Schulungen auf den Einsatz vorbereitet. Die ersten erfolgreichen Pulsfeld-Ablationen sind bereits erfolgt.
Für das Klinikum ist die Technologie dabei mehr als ein medizinisches Verfahren. Angesichts der Krankenhausreform ist die Einführung der neuen Technologie eine strategische Entscheidung, die lange und sorgfältig geplant wurde. „Die Krankenhausreform fordert und fördert eine Spezialisierung der Krankenhäuser“, erläutert Prof. Dr. Florian Bea, der auch ärztlicher Direktor des Klinikums Landkreis Freudenstadt ist. „Mit der Einführung des 3D-Mappings vor einigen Jahren sind wir den ersten Schritt gegangen. Mit der Pulsfeld-Ablation bauen wir darauf auf.“ Auch Geschäftsführerin Monique Bliesener begrüßt den Schritt: „Mit der Pulsfeld-Ablation schärfen wir unser Profil weiter. In der aktuellen Situation ist das sehr wichtig und wertvoll.“
Die Pulsfeld-Ablation gilt medizinisch als bahnbrechend und ist längst nicht auf den Bereich des Vorhofflimmerns begrenzt, sondern kann auch bei anderen schweren oder lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden.