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Gemeinsame Medieninformation des Landkreises Freudenstadt und ´des Klinikums

Aktuelle Informationen zum Coronavirus

Im Landkreis Freudenstadt sind Stand heute, 03. April 2020, insgesamt 222 Personen positiv auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet worden. Diese verteilen sich wie folgt auf die Städte und Gemeinden: Alpirsbach (2), Bad Rippoldsau-Schapbach (0), Baiersbronn (71), Dornstetten (5), Empfingen (10), Eutingen i.G. (10), Freudenstadt (36), Glatten (1), Grömbach (2), Horb a.N. (48), Loßburg (6), Pfalzgrafenweiler (10), Schopfloch (11), Seewald (10), Waldachtal (0), Wörnersberg (0).
In der Zwischenzeit mussten auch kleinere Anpassungen bei der gemeindescharfen Erfassung der Patienten vorgenommen werden. Zum einen wird jeder positive Test im Landkreis durch einen zweiten Test überprüft. Da der Ersttest eine Genauigkeit von 92-95 % hat, führt dies hin und wieder zu entsprechenden Korrekturen. Zum anderen kann es bei dem aktuell enorm hohen Arbeitsanfall und der hohen Aktualität vorkommen, dass Daten zunächst falsch übernommen und später korrigiert werden.

Im Klinikum Freudenstadt sind aktuell 20 Patienten auf der Isolierstation, davon sind 13 der Patienten positiv auf COVID-19 getestet.
Eine intensivmedizinische Versorgung mit Beatmung ist bei fünf Patienten notwendig. Eine beatmete Patientin wurde gestern nach Freiburg verlegt.
Teilweise handelt es sich um durchaus schwere Krankheitsverläufe. Stand heute sind bedauerlicherweise auch drei Patienten, die positiv auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet worden waren, im Krankenhaus verstorben. Einer der Verstorbenen wohnte außerhalb des Kreises, weshalb in die Statistik des Landkreises Freudenstadt zum jetzigen Zeitpunkt zwei Todesfälle aufgenommen werden müssen.

An der Ausstattung der Intensivstation hat sich innerhalb der letzten Woche nichts geändert. Regulär stehen im Klinikum Freudenstadt zehn Intensivbetten zur Verfügung. Bei Bedarf kann die Kapazität um weitere zehn Betten erhöht werden, so dass 20 Intensivplätze mit Beatmung zur Verfügung stehen würden. Die Mitarbeiter werden weiterhin täglich in Hygiene und Intensivmedizin geschult.

Das Aufnahmezelt in der Wagenhalle wurde mittlerweile durch abgehängte Planen ersetzt. Somit konnte zusätzlicher Platz geschaffen werden. Aktuell sind es vier Liegendplätze und ein Vorraum mit zwei zusätzlichen Plätzen. Patienten, bei denen ein Verdacht auf COVID-19 besteht, werden in dieser speziellen Aufnahme untersucht, bevor entschieden wird, ob ein stationärer Aufenthalt notwendig ist oder ob die Patienten mit entsprechenden Auflagen wieder nach Hause entlassen werden können. Die Wagenhalle ist beheizt und EDV-technisch mit dem Klinikum verbunden.

Unter den Mitarbeitern der KLF gibt es einen weiteren Fall, der positiv auf COVID-19 getestet wurde. Dieser Mitarbeiter ist im nichtmedizinischen Dienst tätig, aber selbstverständlich in Quarantäne. Bei Verdachtsfällen unter den Mitarbeitern wird streng nach den Vorgaben des Robert Koch Instituts gehandelt, um keine weiteren Mitarbeiter oder Patienten zu gefährden.

Ebenfalls streng nach diesen Richtlinien handeln zwei Pflegeheime im Landkreis, in denen Bewohner positiv auf eine Infektion mit dem Virus getestet wurden. Die Leitungen stehen in engstem Kontakt mit dem Gesundheitsamt des Landratsamts und gemeinsam wird alles Notwendige unternommen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Wichtig dafür ist auch die entsprechende Schutzausrüstung. Die Einkaufsabteilung des Klinikums teilt mit, dass die Beschaffung von Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln zwischenzeitlich sehr schwierig war, sich dieser Zustand aber durch neu aufgebaute Lieferketten etwas gebessert hat. Auch das Landratsamt ist seit zwei Wochen in die Beschaffung von Persönlicher Schutzausrüstung, sowohl für das Krankenhaus, aber auch für die Pflegeeinrichtungen, ambulanten Pflegedienste, Zahnärzte, Hebammen, Apotheker, Physiotherapeuten usw. eingestiegen, um mit dazu beizutragen, diese bei ihrer täglichen, so wichtigen Arbeit für uns alle, bestmöglich zu schützen. Daneben hat das Landratsamt bereits geringere Mengen an Materialien von Bund und Land erhalten, die ebenso fortlaufend an alle Versorger verteilt werden.

Landrat Dr. Rückert und der Geschäftsführer der KLF, Matthias Meier, sind trotz steigender Zahlen im Landkreis zuversichtlich und sehen sowohl das Landratsamt als auch das Krankenhaus gut vorbereitet. „Die Situation ist und bleibt schwer vorhersehbar und ist sehr dynamisch“, sagt Matthias Meier und Landrat Dr. Rückert ergänzt: „Ich bin jedoch weiterhin überzeugt, dass wir alle gemeinsam die derzeitigen Herausforderungen meistern werden.“

Des Weiteren weist die Leitung des Klinikums nochmals darauf hin, dass zwar medizinisch verschiebbare Eingriffe abgesagt wurden, aber weiterhin alle erdenklichen Notfalleingriffe durchgeführt werden. Auch Schlaganfallpatienten oder Patienten mit Herzinfarkt werden weiterhin im Krankenhaus versorgt.

Als kleines „Trostpflaster“ für nicht stattfinden könnende Besuche, stellt die KLF den Patientinnen und Patienten in Freudenstadt bereits seit dieser Woche, Telefon und W-LAN (in Horb Telefon) kostenfrei zur Verfügung. „Es ist uns ein Anliegen, dass die Patientinnen und Patienten Kontakt zu Ihren Angehörigen und Freunden halten können, wenn Besuche schon nicht möglich sind. Diese Regelung gilt auf jeden Fall auch über die Ostertage“, ergänzt Matthias Meier.

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