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„Ich habe meine Aufgabe am Klinikum sehr geliebt“

Personalleiterin wurde nach 46 Jahren in den Ruhestand verabschiedet

Freudenstadt, Juli 2026. Mehr als vier Jahrzehnte lang war Personalleiterin Doris Klumpp ein zentraler Dreh- und Angelpunkt am Klinikum Landkreis Freudenstadt. Mit ihrem Eintritt in den Ruhestand endet eine beeindruckende Karriere, die für Doris Klumpp mehr als ein Beruf war. „Ich habe meine Aufgabe am Klinikum sehr geliebt“, sagt sie. Mit viel Anerkennung und Applaus wurde die Personalleiterin nun verabschiedet.

Wie viele Menschen sind in den 46 Jahren durch ihr Büro gegangen? Doris Klumpp lacht, wenn man ihr diese Frage stellt: „Tausende.“ Als frisch ausgelernte Industriekauffrau trat sie am 1. September 1989 die Stelle einer Personalsachbearbeiterin im damaligen Kreiskrankenhaus Freudenstadt an. Es war eine andere Welt. Das Krankenhaus war noch ein Verwaltungsbetrieb unter dem Dach des Landratsamts. Geführt wurde das Krankenhaus von einem leitenden Beamten, Karrieren für Frauen waren noch nicht selbstverständlich. Doch Doris Klumpp hatte ihre Berufung gefunden.

Sie wurde erst Stellvertreterin und schließlich ab 2002 Personalleiterin eines Teilbereichs, der vom ärztlichen Dienst, dem medizinisch-technischen Bereich bis zur Verwaltung und Betriebstechnik reichte. Nebenbei absolvierte sie ein berufsbegleitendes Weiterbildungsstudium. 2016 übernahm sie schließlich die komplette Verantwortung als Gesamtpersonalleiterin. Aus dem Verwaltungsbetrieb Kreiskrankenhaus war inzwischen die gemeinnützige Gesellschaft der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt geworden und für Doris Klumpp war ein Berufswunsch in Erfüllung gegangen.

 

Ein Bindeglied im ständigen Spagat

Aber was macht eigentlich eine Personalleiterin? „Ich habe mich immer als Bindeglied zwischen den verschiedenen Unternehmensbereichen gesehen“, erklärt Doris Klumpp. „Meine Aufgabe war es, unter den gegebenen Möglichkeiten das Bestmögliche für Arbeitnehmer und Arbeitgeber umzusetzen.“ Die Rahmenbedingungen dafür waren stets herausfordernd.  

Doris Klumpp hat nicht nur den Wechsel vom Verwaltungs- zum Wirtschaftsbetrieb mitgemacht, sondern auch die Übernahme des Hospitals zum Heiligen Geist in Horb mit anschließender Gründung der Rehaklinik. Dazu kamen die Gründung des Medizinischen Versorgungszentrums mit der Eingliederung verschiedener Praxen, die Corona-Pandemie sowie diverse Positionswechsel in den Chefetagen. Das politische Schlagwort „Notstand“ war zeitweise allgegenwärtig: Der erste Pflegenotstand war 1989 mit einer Wiederholung im Jahr 2022. Seit 2005 sind Ärzte bundesweit gesucht.

„Die Situation bleibt weiterhin herausfordernd“, sagt Doris Klumpp. Deshalb bemühen sich das Klinikum und der Landkreis kontinuierlich, qualifizierte Mitarbeitende nach Freudenstadt zu holen. Dazu gehört auch das Akquirieren von Fachkräften im Ausland. Überzeugt und gehalten werden Mitarbeitende bis heute durch gute Bezahlung, viel Entgegenkommen bei der Gestaltung des Anstellungsverhältnisses und umfassende Personalentwicklungskonzepte. Die Rolle als Bindeglied wurde für Klumpp dabei mehr als einmal zum Spagat. „Bei Defiziten sind die Personalkosten immer das am heftigsten diskutierte Thema“, erklärt die scheidende Personalleiterin.

 

Unter herausfordernden Bedingungen immenses geleistet

In einer Abschiedsfeier wurden Doris Klumpps eindrucksvoller Lebenslauf und ihr Wirken von Landrat Andreas Junt und Geschäftsführerin Monique Bliesener in sehr persönlichen Worten gewürdigt. „Sie haben unter herausfordernden Bedingungen immense Leistungen erbracht. Wir können unser exzellentes medizinisches Versorgungsniveau nur dank unserer Mitarbeitenden halten“, erklärt Bliesener. Auch der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Florian Bea fand herzliche Worte des Dankes und erinnerte mit kleinen Anekdoten an die gemeinsame Zeit: „Frau Klumpp und ich haben viel zusammen erlebt. Ich habe Sie stets als äußerst professionelle Sparringspartnerin geschätzt – Ihre direkte Art und Ihr guter Humor haben die Zusammenarbeit immer bereichert.“

Viele Wegbegleiter kamen in den letzten Wochen in ihr Büro, um persönlich ihre Anerkennung und ihre guten Wünsche auszusprechen. Doris Klumpp war das persönliche Interesse und die menschliche Zuwendung zu den Mitarbeitenden immer sehr wichtig und sie denkt gerne an die vertrauensvolle und wertschätzende Zusammenarbeit mit der Geschäftsführerin, dem Direktorium, den Chefärzten und den Abteilungsleitungen zurück.

Klumpp hat für ihre Aufgabe gelebt, war stets mit Ehrgeiz und Einsatz bei der Sache, wollte die Organisation fortwährend weiterentwickeln und hat ihre Fachkompetenz wirkungsvoll eingebracht. Ihre Nachfolgerin Irene Didascalou hat den Dienst bereits angetreten und arbeitet sich jetzt ein. Auch das war Doris Klumpp zum Abschied wichtig: „Ich möchte, dass es gut und nahtlos weitergeht. Und ich wünsche dem Klinikum mit allen Mitarbeitenden alles Gute.“

Frau Doris Klumpp
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