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Klinikum Freudenstadt setzt kleinsten Herzschrittmacher der Welt ein

Freudenstadt. Das Klinikum Freudenstadt hat erstmals den kleinsten Herzschrittmacher der Welt, das Medtronic Micra® Transcatheter Pacing System (TPS), eingesetzt. Prof. Dr. med. Florian Bea, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Kardiologie am Klinikum Freudenstadt, hat das neue System erfolgreich implantiert.


„Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, einer 81-jährigen Patientin mit Bradykardie (sehr langsamer Herzschlag) das erste kabellose Schrittmachersystem, die sogenannte Kardiokapsel, erfolgreich zu implantieren“, sagte Prof. Dr. med. Florian Bea.
Im Gegensatz zum klassischen Herzschrittmacher, der ungefähr die Größe einer Streichholzschachtel hat und unter der Haut im Brustbereich eingesetzt wird, ist die Kardiokapsel so groß wie eine Vitamintablette. Dadurch ist es möglich, die Kardiokapsel mit Hilfe eines Herzkatheters, der über die rechte Leiste eingeführt wird, schonend zu implantieren.


Der erste Vorteil der Kardiokapsel für den Patienten liegt darin, dass die Kardiokapsel keine sichtbare Narbe im Brustbereich hinterlässt. Der zweite Vorteil ist, dass dieses Schrittmachersystem ohne Kabel auskommen kann. Dadurch sind Probleme mit den Kabeln (z. B. Infektionen oder Fehlstellungen) unwahrscheinlich.


Während einer 45-minütigen Operation im Herzkatheterlabor in Freudenstadt, gelang es den Operateuren die Kardiokapsel, mit Hilfe eines Herzkatheters, direkt in der rechten Herzkammer zu positionieren. Diese verbleibt dort und gibt ihren hohen elektrischen Puls direkt an die Herzspitze ab. Dadurch kann das Herz im Takt schlagen und Bradykardien können vermieden werden.


Prof. Dr. med. Florian Bea hebt hervor, dass es absolut faszinierend sei, die komplette Schrittmachertechnologie inclusive einer Batterie, die über 10 Jahre das Herz stimulieren kann, in einer so kleinen Kapsel unterzubringen.
Bereits wenige Stunden nach dem operativen Eingriff, konnte die Patientin wieder aufstehen und einige Tage später bei bestem Allgemeinbefinden das Krankenhaus verlassen.


„Bisher kann diese Schrittmachertechnologie nur bei einem stark selektierten Patientengut eingesetzt werden. Es ist aber sicherlich ein Schrittmachersystem, dass in der Zukunft bei einem größeren Personenkreis eingesetzt werden kann“, erklärt die Klinik.

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