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Mit Brief und Siegel: Chirurgie stellt sich neu auf


Noch in diesem Jahr soll die Zertifizierung als Endoprothetik-Zentrum erfolgen

Freudenstadt, Juni 2026. Leistungsangebot und Qualitätskriterien werden schon lange erfüllt. Jetzt soll die chirurgische Klinik des Klinikums Landkreis Freudenstadt offiziell als Endoprothetik-Zentrum (EPZ) zertifiziert werden. Das Team der Klinik arbeitet seit Monaten mit Hochdruck an dem Vorhaben. Dieses ist im Hinblick auf die Krankenhausreform auch von strategischer Bedeutung.

„Das geographische Einzugsgebiet wird immer größer“, erklärt Susanne Atug, Chefärztin der Klinik für Unfallchirurgie und orthopädische Chirurgie am Klinikum Landkreis Freudenstadt. Mit der Krankenhausreform reduziert sich die Zahl der chirurgischen Abteilungen zunehmend. Im Bereich der Endoprothetik – dem künstlichen Gelenkersatz an Hüfte, Knie oder Schulter – sind immer mehr Leistungen in Fachkliniken angesiedelt. Doch Patienten mit Risikofaktoren, insbesondere ältere Patienten, werden dort oft nicht behandelt. Mit der Zertifizierung als Endoprothetik-Zentrum (EPZ) positioniert sich das Klinikum Landkreis Freudenstadt in dieser Lücke.

In Freudenstadt werden mehrere hundert Eingriffe pro Jahr durchgeführt
Dafür hat sich die Klinik für Unfallchirurgie und orthopädische Chirurgie in den vergangenen Monaten neu aufgestellt. Die Unfallchirurgie bleibt ein Schwerpunkt im Behandlungskatalog. Einen zweiten Schwerpunkt bildet künftig die Endoprothetik. Hinter dieser steht ein dreiköpfiges Team mit den Oberärzten Dr. Benjamin Barth, Dr. Christine Kappelmann sowie Chefärztin Susanne Atug. Sie werden sich künftig auf Gelenkersatz – auch bei Risikopatienten – konzentrieren. Neu im Behandlungskatalog ist außerdem der Gelenkersatz im Schulterbereich. Allein hier wurden in den vergangenen Monaten 38 Eingriffe durchgeführt.

Insgesamt liegt die Zahl der endoprothetischen Eingriffe in Freudenstadt im mittleren dreistelligen Bereich pro Jahr. Ein Vielfaches dessen, was für die Zertifizierung als EPZ erforderlich ist. „Es vergeht kein Tag ohne Prothese“, fasst Chefärztin Susanne Atug zusammen.

 

Endoprothetik ist elementar für die Selbstständigkeit älterer Menschen
60 Prozent der chirurgischen Eingriffe liegen im Bereich der Endoprothetik, wobei überwiegend ältere Patienten nach Freudenstadt kommen. Oft sind sie noch sehr aktiv und möchten mit dem Eingriff ihre körperliche Leistungsfähigkeit erhalten. Für andere hingegen geht es um mehr: „Viele unserer Patienten würden ohne die Endoprothetik ihre Mobilität und damit ihre Selbstständigkeit verlieren“, erklärt die Chefärztin.

In Fachkliniken werden diese Patienten nicht behandelt – es fehlt schlicht an der medizinischen Ausstattung für eine sichere Behandlung von Risikopatienten. Dazu gehören übrigens auch Menschen mit Herzproblemen.

Freudenstadt hingegen verfügt über eine Kardiologie, eine Intensivstation, eine Stroke Unit und kann laut Susanne Atug „die wahrscheinlichsten Komplikationen auch von älteren Patienten therapieren.“

Eine wertvolle Ergänzung kann dabei je nach Krankheitsbild die Klinik für geriatrische Rehabilitation in Horb sein, mit dem Ziel, die Patientinnen und Patienten wieder fit für ein selbstständiges Leben zu machen.

Zertifizierung bestätigt Behandlungsqualität von offizieller Seite
Die Zertifizierung als Endoprothetik-Zentrum (EPZ) soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.  Sie ist für Freudenstadt weit mehr als ein Qualitätssiegel. „Wir stellen damit sicher, dass unsere hervorragende Chirurgie und unser umfassendes Leistungsangebot langfristig für die Menschen in der Region erhalten werden“, erklärt Monique Bliesener, Geschäftsführerin des Klinikums Landkreis Freudenstadt mit Blick auf die laufende Krankenhausreform. Denn komplexe Leistungsbereiche darf künftig nur noch abdecken, wer spezifische Prozessstandards, ein hohes Qualifikationsniveau bei den Ärzten sowie eine Mindestmenge an operativen Fallzahlen erfüllt. „In Freudenstadt werden diese Vorgaben längst erfüllt“, fasst Chefärztin Susanne Atug zusammen. „Die Zertifizierung ist deshalb ein logischer Schritt.“

Foto von Frau Atug, Herrn Dr. Barth und Frau Dr. Kappelmann
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